Leukämie.
Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 8000 Menschen an Leukämie oder einer ähnlichen Krankheit. Kann der Patient nicht mehr medikamentös geheilt werden, kann nur noch eine Übertragung gesunder Blutstammzellen oder Knochenmark helfen. Bei einer freiwilligen Spende werden nur 10 ml Blut aus der Armvene entnommen. Jeder Gesunde zwischen 18 und 25 Jahren kann teilnehmen. Die Daten werden gespeichert, weil viele Kranke auf eine passende Spende warten. Die HLA-Typisierung ist jedoch mit hohen Kosten verbunden und muss über Spenden finanziert werden.

Der Schickssalschlag von Seher


Als Seher fünf war, stellten die Ärzte die schreckliche Diagnose: Seher hat Krebs. Neun Monate später, im Januar 2001, galt das Kind als geheilt. Dann der nächste Schock, im September 2004: Leukämie" Die Familie lebte seitdem in ständiger Angst. Sie fühlt sich am Ende ihrer Kraft.

Die erste Krankheit der Tochter kam aus heiterem Himmel- wie so oft. Das Mädchen hatte Hals, vergrößerte Lymphknoten. Als die entfernt wurden, stellte sich heraus: Ein bösartiger Tumor. Die Mutter war erst 25 Jahre, hatte noch zwei kleine Kinder, ich konnte es gar nicht fassen, schildert die Mutter die damalige Situation. Bald wurde die Panik der Eltern von Zuversicht abgelöst.
Zwei Jahre da fühlte sich das Mädchen immer schwächer, was übersät mit blauen Flecken. Das Blutbild ergab: Knochenkrebs. Die Familie hatte Glück im Unglück. Ayce, die zwei Jahre jüngere Schwester von Seher, eignete sich als Knochenmarkspenderin. Die Chemotherapie schlug gut an. Nach 4 Wochen durfte Seher nach Hause. Am 17. Januar galt die Krankheit als besiegt. Doch der Leidensweg ging weiter.

Erst musste Seher Hochdosierte Chemotherapien durchstehen. Am 13. September wurde transplantiert. Seit März ist sie wieder zu Hause. Ihr Immunsystem ist extrem geschwächt, sie leidet, weil sie kaum aus dem Haus darf. Aber erst vor kurzem hat sie zu ihren Eltern gesagt:" Ihr müsst nicht weinen. Ich werde doch wieder gesund. "Am 9. Juli ist unser Schicksalsschlag", sagt Seher Dogan und kämpft mit den Tränen. Der 9.Juli ist der 200.Tag nach der Transplantation, wird dann ein großes Blutbild erstellt, das zeigen soll, wie die Chancen stehen, dass Sehers Körper das fremde Knochenmark langfristig akzeptiert. Seit ihre Tochter schwer krank ist, ist in der Familie alles durcheinander geraten. "Alles ist kaputt", Schulden haben sich angesammelt. Der 35-jährige arbeitet als Stapler in eine Kunststofffabrik, verdient netto 1200 Euro.

Früher kam die fünfköpfige Familie gerade so über die Runden. Jetzt ist das Geld knapp geworden, denn seine Frau hat Ihren Wochenend-Job in einer Gaststätte aufgegeben, um möglichst viel für die Kinder da zu sein. Einmal pro Woche begleitet sie Seher zur Kontrolle ins Krankenhaus - neun bis zehn Stunden ist sie dann von zu Hause weg. Was sie nicht verstehen kann: Die Krankenkasse, die finanziell immer einsprang wenn ihr Mann unbezahlten Urlaub nahm, um während der neun Monate dauernden stationären Behandlung in der Nähe der Tochter zu sein, weigerte sich jetzt, eine Haushaltshilfe zu bezahlen. Das Sozialgesetz lasse eine solche Leistung nicht zu, wenn ein Elternteil sein Kind zu einer ambulanten Behandlung begleitet, erfuhr sie von der Sachbearbeiterin. Die Mutter wusste lange nicht, wie sie die achtjährige und die fünfjährige Tochter versorgen sollte, wenn sie im Krankenhaus war. Um diese macht sich die Mutter große Sorgen. Die kleine frisst ihren Kummer in sich hinein, vermutet die Mutter. Die Mittlere, hat Probleme in der Schule und den Eltern immer wieder verzweifelt vorgeworfen: "Ihr kümmert Euch gar nicht mehr um uns, immer nur Seher." Anfang Juni hat das Jugendamt jetzt fachliche Unterstützung genehmigt. Alles könnte wieder gut werden, sagt der Vater, wenn Seher nur gesund würde. Wir bedanken uns im Namen der Familie, das wir Dank dem Engagement aller Beteiligten diese Familie unterstützen konnten. Vielen Dank! Es wäre schön, wenn es solche Bilder nicht gäbe!

Knochenmarkspende für Lara


Lara hofft auf Knochenmarkspende
Ihr Leiden begann vergangenes Jahr im Juli. „Damals hat sie über Ohrenschmerzen geklagt,“ sagt Mutter Sabine. Der Arzt konnte anfangs keine Erkrankung feststellen. Als die Schmerzen nicht vergingen, hieß es, die Kleine habe eine Gehörgangsentzündung. Später bildete sich eine dicke Schwellung hinter dem Ohr mit schockierender Diagnose: AML – akute myeloische Leukämie, eine bei Kindern eher seltene Form von Krebs. Die Zellen breiten sich dabei in Blut und Knochenmark aus, können auch Lymphknoten, Milz und andere Organe befallen. Ohne Behandlung schreitet die Krankheit rasch voran und führt nach einigen Wochen zum Tode. Lara wurde behandelt, über Monate auf der Krebsstationen in Tübingen.



Eine radikale Chemotherapie schwächte das Kind, nahm ihm die Haare, löste Fieberanfälle aus, Schleimhautentzündungen und zerstörte die Zellen, auch die bösartigen. Heiligabend durfte das Kind nach Hause, feierte Heiligabend im Kreis der Familie. Ausgerechnet am 29. Dezember, Laras 3. Geburtstag, überfiel sie eine Fieberattacke. Stunden später empfingen sie die Schwestern mit einem Spruchband am Krankenbett „Happy Birthday“. Wieder zu Hause in Berg bekam die bald Vierjährige in diesen Tagen einen Rückschlag, die Blutwerte versetzten Ärzte und Angehörige in Alarmbereitschaft. Anfang der Woche dann die Hiobsbotschaft: Neue Krebszellen im Knochenmark. „Nun geht alles von vorne los“, sagt Matthias Herde. Chemotherapie, Haarausfall, monatelanger Klinikaufenthalt und schließlich die erhoffte Knochenmarkspende, wenn sich ein Spender findet. Das Blut müsste so weit wie möglich mit dem von Lara übereinstimmen. Um den Grat der Übereinstimmung zu ermitteln, wird das Blut detailliert oder typisiert, wie es im Fachjargon heißt. Dies geschieht zum Teil über eine Datenbank, die Blutspender aus der ganzen Welt speichert und trotzdem noch viel größer sein müsste....